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Je einfacher das Radio, um so besser für den Notfall! PDF Drucken E-Mail
Freitag, 13 April 2018 | Autor: Xaver Lühnen
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Je einfacher das Radio, um so besser für den Notfall!

Nachdem in Deutschland die Lang- und die Mittelwelle in den letzten Jahren komplett abgeschaltet wurde, geht jetzt auch die Kurzwellenära bei uns dem Ende entgegen. Zahlreiche Sprachdienste - und ganze Rundfunkanstalten - verlassen die Kurzwelle oder stellen den Dienst ganz ein. Andere reduzieren auf ein schriftliches Internetangebot mit Multimedia-Elementen.

Das ich diese Politik für ein enormes Risiko halte, möchte ich Ihnen in den nachfolgenden Zeilen näher erklären:

Digitalradio ist toll, rauschfrei kristallklar und zumindest über das Internet scheinbar unbegrenzt verfügbar. Hat aber einen entscheidenden Nachteil: es funktioniert nur so lange, wie die digitalen Übertragungsmedien funktionieren! Denken sie nur mal an einen großflächigen Stromausfall und die unmittelbaren Auswirkungen in ihrem Haushalt!

Wie sensibel z.B. das Medium "Internet" zudem ist, haben wir in den letzten Monaten mehr als von uns gewünscht wurde, kennen gelernt!
Vieren, Würmer und bewusste Beeinflussung von Außen haben oft genug ganze Firmen und Organisationen, ja selbst ganze Regierungseinrichtungen und Krankenhäuser, lahmgelegt. Schon ein einfacher großflächiger Stromausfall würde bei uns schon reichen, um die komplette Kommunikation in Richtung Bevölkerung auszuschalten!

Selbst unsere Handytechnik mit den Warn-Apps "NINA" und "KATWARN" des Bundesamtes für Bevölkerungsschutz und Katrastrophenhilfe (BBK) wären dann keine Hilfe.

Was wir unbedingt erhalten müssen ist ein Medium, welches mit minimalem technischem Aufwand funktioniert. Ein Medium welches frei von Schadsoftware und Außenbeeinflussung robust seinen Dienst tut.

Wir müssen in der Lage bleiben, unsere Bevölkerung in einer Krise und/oder Katastrophe zu informieren und gezielte Anweisungen geben zu können!

Die alte Radiotechnik bietet diese Möglichkeiten!

Mittel- und Kurzwellenempfänger hatten bei uns in Deutschland eine riesige Tradition. Funktionierten immer und hatten auch mit kleinen Sendeleistungen Reichweiten, von dehnen wir beim UKW-Empfang nur träumen können. Ich erinnere an unsere Amateurfunker, die mit Sendeleistungen die eher der Leistung eine Glühlampe entsprechen, weltumspannende Sprach-, Text- und Bildverbindungen realisieren.

Das Geheimnis ist die Nutzung von Sendefrequenzen die von der Ionosphäre der Erde reflektiert und mit einer einfachen Modulationsart (Amplituden Modulation "AM") technisch leicht empfangbar ist.

Wer sich mit unserer Radiovergangenheit beschäftigt weiß, dass wir in den 20ger Jahren Detektorempfänger eingesetzt hatten, die zumindest in einer Umgebung bis 100 km problemlos (selbst ohne Stromquelle, z.B. Batterie) ihren Dienst angeboten haben und verlässlich funktionierten.

Zum Bau dieser Empfänger reichte ein paar Meter Kupferdraht, ein Bergkristall oder eine Germaniumdiode, etwas Pappe, ein Grafitt-Bleistift, zwei Blechdosen zur Senderabstimmung, sowie ein Kopfhörer. Wenn Radiosender aus größeren Entfernungen gehört werden wollten, kam noch eine einfache Verstärkerröhre oder später ein Transistor hinzu, wie es die nachfolgenden Fotos verdeutlichen sollen. Die beiden Fotos zeigen übrigens den Nachbau eines Radioempfängers, welches von einem deutschen Kriegsgefangenen in Russland 1945 gebaut worden war, um Nachrichten aus der Heimat empfangen zu können.

So einfach kann Radio ein!

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Der hier dargestellte Radioempfänger kann im Radio- und Telefonmuseum im Verstärkeramt Rheda-Wiedenbrück besichtigt werden!

Was nun ist meine Botschaft?

Als Dozent der Fachbereiche Risikomanagement und Qualität möchte ich davor warnen, einen Sendemasten nach dem anderen abzusägen und der Verschrottung preis zu geben, wenn sie in den Frequenzbereichen Mittelwelle und Kurzwelle betrieben werden! Wir benötigen in Deutschland zumindest einen verlässlichen Notsender in diesem Frequenzspektrum. Wir sollten uns in dieser immer anfälliger werdenden und krisengeschüttelten Zeit, nicht nur auf die digitalen Medien zur Kommunikation verlassen.

Ein einfaches Radio hat eine überragende Funktions- und Betriebssicherheit. Selbst mit einfachsten Mitteln könnte ein Bastler aus den vorhandenen Materialien ein funktionsfähiges Radio bauen.

Noch schöner wäre es natürlich, wenn wir jedem Haushalt ein Notradio (abgestimmt auf einer noch zu vereinbaren nationalen Notfrequenz) anbieten oder zur Verfügung stellen würden.

Am besten netzunabhängig mit Batterie, oder noch besser mit einer Dynamokurbel. Ich halte dies auf die Zukunft betrachtet im Rahmen des Risikomanagements, für absolut sinnvoll und notwendig. Mit diesem Artikel möchte ich die öffentliche Diskussion anregen und rechtzeitig die politischen Weichen stellen. Ich würde mich sehr freuen, wenn sie dieses Ansinnen mit ihren Möglichkeiten unterstützen würden.

P.S. Bedenken Sie, das wir selbst unsere bundeseinheitliche Sirenenbenachrichtigung aus Kostengründen eingestellt und (soweit noch vorhanden) den weiteren Betrieb in die Verantwortung der Kommunen übergeben haben (Feuerwehr und Brandalamierung).

Aus meiner Sicht also eine durchaus kritische Entwicklung für den Zivilschutz!

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Zitate - Lebensweisheiten - Denkanstöße

“Wenige Menschen denken, und doch wollen alle entscheiden.”

Friedrich II

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