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Suche nach dem akustischen Wandel in Europa PDF Drucken E-Mail
Dienstag, 19 Dezember 2017 | Autor: MF

LWL-Industriemuseum sammelt "Sounds of Changes"

Dortmund (lwl). Das Gemurmel von Menschen, das Piepen von Kassen, Klingeltöne aus dem Smartphone, Jingle Bells aus den Lautsprechern - so klingt es in der Vorweihnachtszeit im Einkaufszentrum "Centro" in Oberhausen. Der Tempel der Konsumgesellschaft steht auf dem ehemaligen Gelände der Gutehoffnungshütte. Deshalb waren Konrad Gutkowski und Kathinka Engels vom Industriemuseum des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe (LWL) dort am 13. Dezember mit dem Aufnahmegerät unterwegs. Parallel gingen am selben Tag Teams fünf weiterer europäischer Museen in Einkaufszentren auf Geräuschefang.

"Das Centro ist ein Beispiel für den Wandel von der Industrie- hin zur Dienstleistungsgesellschaft. Diese Veränderung ist auch hörbar", so Kathinka Engels, Mitarbeiterin des EU-Projektes "Sounds of Changes". Das LWL-Industriemuseum und die europäischen Partnerhäuser sammeln und erforschen in den kommenden zwei Jahren zusammen 800 Klänge der Veränderung.

Sie setzen damit ihr vorangegangenes EU-Projekt "Work with Sounds" fort, in dem es um typische, aber verschwindende Klänge der Industriegesellschaft ging. In der Datenbank http://www.workwithsounds.eu können Interessierte sie nachhören, kostenfrei herunterladen und nutzten. Jetzt wird das Klangarchiv um die neue Sammlung der "Sounds of Changes" ergänzt.

"Im Folgeprojekt beschäftigen wir uns mit Klängen, die auch schon bald wieder Geschichte sein können. Spannend ist, was sie uns über den Wandel unserer Gesellschaft sagen können", sagt Gutkowski, Projektleiter im LWL-Industriemuseum. "Sounds of Changes" können Geräusche einzelner Gegenstände und Maschinen oder ganze Klanglandschaften sein. Das Themenspektrum reicht vom Strukturwandel über Energiewende, Digitalisierung und technischen Fortschritt bis hin zu Protesten, die häufig eine Forderung nach, aber auch Angst vor Veränderung ausdrücken.

Zusätzlich wollen die Museen in Zusammenarbeit mit lokalen und internationalen Kooperationspartnern neue Vermittlungs- und Ausstellungskonzepte für Klänge entwickeln. "Mit einem Geräusche-Quiz und dem Angebot, unter Anleitung eines Komponisten eigene Collagen aus den Klängen der Arbeit herzustellen, haben wir schon beim letzten Projekt gute Erfahrungen gemacht. Ich freue mich schon auf die neuen Ideen und Konzepte", sagt Dr. Dagmar Kift, stellvertretene Museumsdirektorin des LWL-Industriemuseums.

Die Ergebnisse von "Sounds of Changes" werden am Internationalen Museumstag 2018 sowie in einer Abschlussausstellung ab Mai 2019 in allen sechs Partnermuseen vorgestellt.
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“Zuerst viel Bier vom Faß - dann ein Faß vom vielen Bier.”

Prof. Dr. Gerhard Uhlenbruck, * 17.06.1929

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