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Die höchsten Gipfel der Schweiz und Frankreichs in einer Tour PDF Drucken E-Mail
Montag, 19 Juni 2017
Beni Hug und Tony Sbalbi waren wieder unterwegs, um Unglaubliches zu schaffen. Mit der Dufourspitze und dem Mont Blanc bestiegen sie die beiden höchsten Gipfel der Schweiz und Frankreichs in nur einer Tour - eine beeindruckende Ausdauerleistung.

Vor ziemlich genau zwei Jahren, im Mai 2015, bestieg der Mammut Athlet Beni Hug zusammen mit dem französischen Skibergsteiger Tony Sbalbi auf Tourenski alle sieben Viertausender im Aletschgebiet in nur 20 Stunden. Beni und Tony schafften damals mit den insgesamt 7.000 Höhenmetern und der Strecke von rund 65 km eine persönliche Höchstleistung. Zwei Jahre später machten sich die beiden Weggefährten wieder gemeinsam auf den Weg, um erneut Gewaltiges zu leisten und um die Geschichte von damals weiterzuschreiben.

Dieses Mal nahmen sich der Schweizer und der Franzose die beiden höchsten Gipfel ihrer Heimatländer in nur einer Tour vor. Alleine für die Strecke vom einen Gipfel zum anderen (ca. 78 km), welche sich über eine ähnliche Route wie die sogenannte Haute Route erstreckt, werden normalerweise mehrere Tage eingeplant. Die beiden Ausdauerspezialisten meisterten die gesamte Tour, inklusive die Besteigung der beiden Gipfel, in weniger als 50 Stunden. Diese Ausdauerleistung wird umso deutlicher, wenn man sich die Gesamtdimension vor Augen hält: Allein die gesamt zurückzulegende Distanz beträgt bereits um die 140 km, während zusätzlich 13‘902 Höhen- und insgesamt 14‘622 Abfahrts- und Abstiegsmeter zu überwinden sind.

Am 15.05.2017 starteten Beni Hug und Tony Sbalbi um 7:32 Uhr zum Aufstieg auf die Dufourspitze über Furi und den Gletschergarten zum Gornergletscher. Schon nach kurzer Distanz wurde deutlich, dass die Bedingungen das Vorhaben sehr kraftintensiv machen würden. Aufgrund des weichen Schnees und der sehr warmen Temperaturen wurde das Vorankommen sehr anstrengend. Die beiden Athleten mussten zudem auf weiten Teilen der Route ihre Ski tragen. Kurz vor dem Col de Vallpeline erlebten die beiden laut eigenen Aussagen einen sehr emotionalen Moment. Im Schnee fanden sie eine mutterlose Gämse: "Wir haben sie aus dem Schnee genommen und zu den Felsen getragen."

Nach einer kurzen, schlaflosen Pause von zwei Stunden im Refuges des Bouquetins machten sich bei Tony Energieprobleme bemerkbar. Die beiden kamen unterschiedlich schnell voran und sie entschieden am Großen St. Bernhard, sich für eine Weile zu trennen. Während Tony eine Pause einlegte, ging Beni das Stück bis Entrèves alleine weiter. "Das Risiko war nicht allzu groß und gut kalkulierbar, da die Route dort nicht vergletschert ist," so Beni. In der Nacht in Entrèves gab es dann zumindest einmal eine Stunde Schlaf. Ab Palud über die italienische Route und den Col du Midi, erreichte Beni Hug am 17.05.2017 um 9.32 Uhr den Gipfel des Mont Blanc. Tony Sbalbi erreichte das Ziel der Tour ca. 50 Minuten später.

Das Vorhaben

Zunächst hatten die beiden Sportler die Idee, die Geschichte der 4000er weiter zu erzählen und einige Gipfel im Wallis hinzuzufügen. Nach Überlegungen entstand dann jedoch der Plan, die beiden höchsten Gipfel der Schweiz und Frankreichs durch die sogenannte Haute Route zu verbinden. Beni Hug selber stellt die beiden Projekte wie folgt gegenüber: "Wenn man dieses Projekt mit dem 7x4000er von 2015 vergleicht, war es dieses Mal einiges anstrengender. Dass unser aktuelles Projekt weniger Gratkletterei beinhaltet, machte es zwar technisch einfacher, jedoch galt es zwei Tage lang höchste Konzentration zu halten. Die größte Herausforderung waren die äußeren Bedingungen wie mangelnder Schnee, die uns zwangen, die Ski auf großen Teilen der Route zu tragen und auf Umwege abseits der eigentlich geplanten Route auszuweichen. Hinzu kamen noch die Hitze tagsüber und der Schlafmangel, was dieses ohnehin schon anstrengende Vorhaben noch kräftezehrender machte."

Beni Hug und Tony Sbalbi - ein starkes Team:


Dass die beiden Langstreckenläufer auch auf Tourenskis solide unterwegs sind, überrascht nicht. Beni Hug ist Trainer im Bereich Leistungssport bei Swiss Olympic und war schon von Kindesbeinen an ein absoluter Outdoor-Enthusiast. Seit 2012 ist er im Trail Running Team des Bergsportspezialisten Mammut. Der 42-jährige Berner Ultratrailrunner verzeichnete bereits diverse sportliche Erfolge in unterschiedlichen Ausdauerdisziplinen, vom Trailrunning über Gigathlon und Adventure Racing (Multisportrennen mit Expeditionscharakter) bis hin zu Skitourenrennen. Seine jüngsten Erfolge sind der zweiter Rang im Skitourenrennen Patrouille des Glacier 2014. 2013 gewann er den Swiss Irontrail (48 km / 2.930 Höhenmeter) und sichert sich im selben Jahr den dritten Platz an der Adventure Racing Weltmeisterschaft. Beim legendären Ultra Trail du Mont Blanc (ca. 168 km, mehr als 9.000 Höhenmeter) schaffte er es zwei Mal unter die ersten Zwanzig. Dazu kommen diverse Podestplätze in vielen nationalen und internationalen Ausdauerwettkämpfen.

Benis Teamkollege Tony Sbalbi ist Bergführer und Trainer der Elite-Nationalmannschaft im Bereich Skitourenrennen des Schweizer Alpen Clubs (SAC). Die beiden Sportler haben sich durch ihre gemeinsame Leidenschaft für Multisportrennen, wie den Adventure Races, kennen gelernt. Tony feierte in seiner aktiven Wettkampfzeit im Spitzensport diverse Podestplätze, unter anderem bei den Europa- und Weltmeisterschaften im Skibergsteigen sowie der Schweizer Meisterschaft im Vertical Race. Als ehemaliger Läufer der französischen Nationalmannschaft und mit seiner internationalen Erfahrung im Bereich Skitourenrennen bringt der 46-jährige Franzose alle Voraussetzungen für das anspruchsvolle Speed Ski Touring Projekt mit.

Route

Zermatt - Furi - Gletschergarten- Gornergletscher - Dufourspitze - Furi - Col de Valpeline - Col du Mont Brûlé - Refuges des Bouquetins - Col de Sanadon - Bourg St. Bernard - Col du Grand St. Bernard - Col de St. Rhemy - Col des Ceinglis - Mont de Rots - Palud - Col du Midi - Mont Blanc

Höhenmeter 13‘902 hm
Abfahrts- und Abstiegsmeter 14‘622 hm
Distanz ca. 140 km
Zeit 50 h
Start in Zermatt 15.05.2017 um 7:32 Uhr
Ankunft Mont Blanc 17.05.2017 um 9.32 Uhr
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Karl Kraus, österreichischer Schriftsteller, Herausgeber und Zeitkritiker

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