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Aktivisten feiern neue Leitlinien für Europa PDF Drucken E-Mail
Donnerstag, 06 Oktober 2016

Netzneutralität: Aktivisten feiern neue Leitlinien für Europa

IMAG0191 Die Debatte um die Netzneutralität wird zwischen Telekommunikationskonzernen und Aktivisten vehement geführt. Jetzt gibt es die neuen "Leitlinien zur Netzneutralität", die das Gremium Europäischer Regulierungsstellen für elektronische Kommunikation (GEREK) kürzlich in Brüssel vorgestellt hat. Grund zum Feiern gibt es für alle Befürworter der Netzneutralität. Doch die Debatte ist damit längst nicht vom Tisch: Worum es dabei geht, was die neuen Leitlinien für Provider und Internetnutzer bedeuten sowie alle weitere wichtigen Fragen klärt der folgende Artikel.

Netzneutralität: Das steckt dahinter

Aber was bedeutet Netzneutralität eigentlich konkret? Ganz grundsätzlich bezeichnet sie die "gleichberechtigte Datenübermittlung im Internet", wie es in diesem Artikel aus dem 1&1 Digital Guide erklärt wird. Das bedeutet, dass jede Übermittlung von Daten über das Internet mit gleicher Geschwindigkeit geschieht, eine Bevorzugung von bestimmten Diensten gibt es nicht. So gibt es keinen Unterschied, ob eine E-Mail verschickt oder ein Film gestreamt wird - beides geschieht diesem "Best-Effort-Prinzip" zufolge mit gleicher Geschwindigkeit. Somit wird auch kein Dienst benachteiligt, der sich eine sinnbildliche "Überholspur" nicht leisten kann.

Warum aber sollte sich daran etwas ändern? Dem Best-Effort-Prinzip könnte man das Prinzip "Quality of Service" entgegenstellen: Einige Telekommunikationsanbieter sehen Unterschiede zwischen dem Surfen im Web und dem Streamen von Filmen: Da bei beiden ein deutlich unterschiedliches Datenaufkommen anfällt, plädieren Gegner der Netzneutralität für die Möglichkeit, Dienste priorisieren zu können. So sollen beispielsweise Datenstaus vermieden werden.

Neue Leitlinien stärken Netzneutralität

Die neuen Leitlinien werden jetzt von Befürwortern der Netzneutralität als Sieg gefeiert. Zwar wird es schnellere Spezialdienste noch immer geben, doch die Hürden für Provider sind größer geworden. Außerdem ist vorgesehen, dass keine Dienste "umpriorisiert" werden können: Bei netzpolitik.org heißt es, dass für einen Spezialdienst die Priorisierung "nachweisbar objektiv notwendig" sein muss. Damit gibt es fortan engere Grenzen, in denen Telekommunikationskonzerne Dienste bewerten und bevorzugen können. Zeit Online führt das Beispiel an, dass selbstfahrende Autos als Spezialdienst gelten können, Netflix hingegen nicht. Bei ersteren ist die schnelle Datenübertragung elementar wichtig für die Funktionstüchtigkeit, Netflix-Videos können hingegen auch mit normaler Geschwindigkeit angeschaut werden.

Schlechte Nachrichten gibt es für Provider: Mit den neuen Leitlinien dürfen Internettelefonie und Tethering nicht mehr unterbunden oder als kostenpflichtige Extraservices angeboten werden. Allerdings bleibt das sogenannte "Zero Rating" Zeit Online zufolge bestehen: Damit können Provider bestimmte Dienste (wie etwa Spotify) vom Datenvolumen eines Vertrags ausschließen. Der Verbrauch des Nutzers wird somit nicht angerechnet. Kritiker führen aus, dass andere Dienste durch diese Praxis diskriminiert werden und die Netzneutralität verletzt wird, da diese die Daten des limitierten Volumens zwangsläufig aufbrauchen. Damit dürfte die Debatte noch lange nicht vollends beendet sein, ein "Zwei-Klassen-Internet", wie es von Verfechtern der Netzneutralität genannt wird, dürfte es in absehbarer Zeit aber nicht geben.

Bildrechte: Flickr IMAG0191 Robert CC BY 2.0 Bestimmte Rechte vorbehalten

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“Am Klange erkennt man das Metall, an der Rede den Menschen.”

Baltasar Gracián y Morales, * 08.01.1601 † 06.12.1658

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